GOÄ-Abrechnungsprogramm im Vergleich: Was moderne Abrechnungssoftware leisten muss
Wer heute nach einer GOÄ-Abrechnungssoftware sucht, trifft auf ein unübersichtliches Angebot: Desktop-Programme aus den 2000er-Jahren, teure Komplettlösungen für Großpraxen und neuere Cloudanbieter. Dieser Artikel zeigt, worauf es wirklich ankommt — und was die einzelnen Ansätze tatsächlich kosten.
Die drei Hauptansätze im Überblick
Beim Thema GOÄ-Abrechnung gibt es grundsätzlich drei Wege, die Praxen einschlagen können:
- Privatärztliche Verrechnungsstelle (PVS) — Auslagerung der gesamten Privatliquidation an einen Dienstleister
- Klassische Desktop-Software — lokale Installation, einmalige Lizenz oder Jahresabo, meist Teil einer größeren Praxisverwaltungssoftware (PVS)
- Cloudbasierte Abrechnungssoftware — browserbasiert, monatliche Flatrate, keine Installation, automatische Updates
Alle drei Ansätze haben Vor- und Nachteile — entscheidend ist, welche Praxisgröße und welches Abrechnungsvolumen dahintersteckt.
Was kostet ein GOÄ-Abrechnungsprogramm wirklich?
Hier hilft nur ein ehrlicher Blick auf die Gesamtkosten — nicht nur den Listenpreis:
| Ansatz | Typische Kosten | Versteckte Kosten |
|---|---|---|
| PVS / Verrechnungsstelle | ca. 2–6 % des Privatumsatzes | evtl. Bindungsfristen, Mahngebühren, geringe Datenkontrolle, zeitversetzte Auszahlung |
| Desktop-Software (PVS-integriert) | 800–3.000 € / Jahr | Update-Kosten, IT-Betreuung, meistens keine Mobilnutzung |
| Cloudbasierte Lösung | 79–299 € / Monat (Flatrate) | Keine — monatlich kündbar, inklusive Updates, volle Datenkontrolle |
Bei einem monatlichen Privatumsatz von 15.000 € zahlt eine Praxis an eine klassische PVS zwischen ca. 300 und 900 € pro Monat. Eine cloudbasierte Flatrate liegt selbst im Pro-Bereich deutlich darunter.
Welche Funktionen sind bei einem GOÄ-Rechnungsprogramm unverzichtbar?
Überprüfen Sie für sich und Ihren eigenen Workflow, ob die ausgesuchte Softwareanwendung alle relevanten Anforderungen abdeckt. Diese Funktionen sollten zwingend vorhanden sein:
- Vollständige GOÄ-Ziffer-Datenbank — inklusive aller Steigerungssätze und analoger Bewertungen nach § 6 GOÄ
- Digitaler Rechnungsversand — per E-Mail mit rechtssicherer Zustellung, idealerweise mit Patientenportal
- Digitales Onboarding — Stammdaten und die Einverständniserklärung digital einholen
- Automatisches Mahnwesen — Zahlungserinnerung, Mahnung 1–3
- Digitale Inkasso-Übergabe — optional Abtretung an ein Inkasso mittels Schnittstelle
- DSGVO-Konformität — Datenhaltung in Deutschland/EU, AVV nach Art. 28 DSGVO
- Familien-/Betreuerfunktion — Rechnungen an Dritte (z. B. Elternteile, Ehepartner) stellen statt an den Patienten selbst
- Revisionsicheres Archiv — Rechnungen unveränderbar gespeichert, GoBD-konform
Desktop-Software vs. Cloudlösung: Was passt zu welcher Praxis?
Desktop-Programme sind oft Teil einer umfassenden Praxisverwaltungssoftware (PVS wie T2med, Medical Office, Tomedo oder x.isynet). Sie haben Stärken bei der GKV-Abrechnung und sind für Praxen sinnvoll, die ohnehin auf diesen Systemen aufbauen. Der GOÄ-Bereich ist dort jedoch oft nur ein Modul unter vielen — und selten State of the Art.
Cloudlösungen punkten bei:
- Ortsunabhängigkeit — Zugriff vom Tablet, Laptop oder Smartphone
- IT-Wartung — keine Wartung nötig, Updates laufen automatisch im Hintergrund
- Schnellerem Onboarding Prozess — typisch unter 30 Minuten
- Transparenter Preisgestaltung — monatliche Flatrate, keine Überraschungen
Für reine Privatpraxen und Praxen mit Kassenmix, die ihre GOÄ-Abrechnung vom PVS-Alltag trennen möchten, ist eine spezialisierte Cloudlösung in aller Regel die kostengünstigere und flexiblere Wahl.
Worauf bei der Anbieterauswahl achten?
Neben Funktionsumfang und Kosten gibt es einige Kriterien, die leicht übersehen werden:
- Datenmigration — Kann der Anbieter bestehende Patientendaten und offene Forderungen aus dem alten System übernehmen?
- Support-Reaktionszeit — Bei Abrechnungsfragen zählt jede Stunde. Schneller Support, kein Ticketsystem.
- Kündigungsfrist — Monatlich kündbare Verträge schützen vor Vendor-Lock-in. Vorsicht bei Jahresverträgen ohne Ausstiegsoption.
- Zukunftssicherheit bezüglich neuer GOÄ — Der Anbieter sollte explizit kommunizieren, wie er die GOÄ-Reform umsetzt.
Medinvoice® ist eine spezialisierte Cloudlösung für die GOÄ-Privatliquidation — mit vollständiger GOÄ-Datenbank, digitalem Versand, automatischem Mahnwesen und monatlicher Flatrate ohne anteilige umsatzabhängige Gebühren.
Preise vergleichen →Fazit
Das „beste" GOÄ-Abrechnungsprogramm gibt es nicht pauschal — aber die meisten Niedergelassenen, die ausschließlich oder überwiegend Privatpatienten behandeln, fahren mit einer spezialisierten Cloudlösung günstiger und flexibler als mit einer PVS oder einem eingebetteten Desktop-Modul. Der entscheidende Rechner: monatlichen Privatumsatz × 2–6 % + Zusatzkosten pro Rechnung + 19% MwSt. = was Sie der PVS derzeit zahlen. Der Vergleich lohnt sich.
Überlegen Sie sich, ob Sie nicht auf eine kostengünstigere, modernere und unabhängigere Variante umstellen wollen, die Ihnen die digitale Infrastruktur für den Versand von GOÄ-Rechnungen an Ihre Patienten ermöglicht.